Die Åland Inseln liegen in der Mitte zwischen Schweden und Finnland. Formell gehören sie zu Finnland, genießen aber eine weitgehende Selbständigkeit. Kulturell gehört die Inselgruppe hingegen mehr zu Schweden, denn rund 95 Prozent der Åländer sprechen Schwedisch als Muttersprache.

Geschichte der Åland Inseln

Åland Inseln vor der finnischen KüsteZum Ende des ersten Weltkriegs wurde es für die Inseln kompliziert, denn sowohl Schweden als auch der gerade gegründete Staat Finnland erhoben Ansprüche auf Åland. Entschieden wurde die Angelegenheit 1921 vom Völkerbund, dem Vorläufer der UNO: Die Åland-Inseln wurden Finnland zugesprochen, erhielten aber in vielen wichtigen Fragen das Selbstbestimmungsrecht. Zudem wurden die Inseln entmilitarisiert. An diesem Status hat sich bis heute nichts geändert, die Åländer profitieren davon. Einerseits profitieren sie von der EU-Zugehörigkeit Finnlands, andererseits werden sie als Zoll-Sondergebiet behandelt, weil bestimmte steuerliche EU-Regelungen nicht für die Åland-Inseln gelten. Das ist auch der Grund, warum man auf allen Fähren zwischen Finnland und Schweden noch zollfrei einkaufen kann: Sie machen kurz auf den Åland-Inseln fest und haben damit zolltechnisch EU-Ausland besucht.

Die letzte Heimat der Großsegler

Die Schifffahrt ist auf den 6757 Inseln immer ein wichtiger Erwerbszweig gewesen. Sehr schön ist das für Besucher zu erkennen im Seefahrtsmuseum in Mariehamn. Zum Museum gehört der historische Großsegler Pommern, einer sogenannten Flying P-Liner der Hamburger Reederei Laeisz.  Das ist eine besonders schöne Sehenswürdigkeit für Reisende mit Interesse an maritimen Themen.

Das besondere Kennzeichen dieser schnellen Frachtsegler war ihr Name: fast alle begannen mit dem Buchstaben P. Sie wurden gebaut zwischen 1900 und 1915, doch in den 19030er-Jahren begannen die motorisierten Stahlsschiffe die Großsegler zu verdrängen. Jetzt kam die Zeit des åländischen Reeders Gustaf Erikson: Er kaufte rund 50 Großsegler aus aller Welt. Unter den Schiffen waren mehrere Flying P-Liner: die Pamir, die Peking, die Ponape, die Passat und die Pommern. Die Pommern liegt als Museumschiff bis heute in Mariehamn auf den Åland-Inseln. Die Passat hat für immer in Lübeck-Travemünde festgemacht und die Peking lag in New York und wird zukünftig als Museumsschiff in Hamburg liegen. Sie alle wurden Erikson weiter als Frachtsegler nach Südamerika eingesetzt, als niemand mehr an Segelschiffe glaubte.

Als die Post noch gerudert wurde

Ein anderes spannende Thema auf den Åland-Inseln hat auch mit Seefahrt zu tun: Früher wurde die Post mit Ruderbooten vom schwedischen Festland auf die Inseln gebracht. Die Geschichte der Postruderer können Touristen im Postmuseum von Eckerö entdecken. Einmal im Jahr findet ein Ruderwettbewerb zwischen Schweden und den Åland-Inseln statt – aber nicht in modernen Rennbooten, sondern in klassischen Holzbooten.

Åland Inseln: Ideal für Radreisen

Enten an der finnischen KüsteDie Åland Inseln sind relativ flach, die höchste Erhebung misst gerade einmal 129 Meter. Dazu sind die Åland Inseln nur sehr dünn besiedelt, die meisten der rund 29.000 Einwohner leben im Großraum Mariehamn. Das sind ideale Voraussetzungen für Radfahrer, denn auf den meist gut ausgebauten Straßen ist wenig los. Wenn man dann noch weiß, dass die durchschnittlich Niederschlagsmenge mit nur 541 mm im Jahr nur etwas halb so viel ist, wie München oder Hamburg zu bieten haben, bleibt nur noch der Wind, auf den man sich als Radtourist auf den Åland Inseln einstellen muss.

Zu erreichen sind die Åland Inseln von den Fährhäfen Grisslehamn, Kapellskär und Stockholm in Schweden, sowie von Turku und dem benachbarten Naantali in Finnland. Zudem gibt es zwei lokale Fähren, die mehrere der Inseln im Lokalverkehr auf einer südlichen und einer nördlichen Route mit dem finnischen Festland verbinden. Feelgood Reisen bietet organisierte Fahrradreisen auf den Åland Inseln, bei denen die Quartiere vorgebucht werden und das Gepäck transportiert wird.

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